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Schule und Bildung in der Schweiz

Weltweit genießen Schweizer Schulen ein enorm hohes Ansehen. Wir zeigen Ihnen auf, wie das dortige Bildungssystem funktioniert und durch welche Besonderheiten es sich auszeichnet.

Christoph Kappek

Für die ein oder andere Familie stellt sich eventuell zwangsläufig die Frage wie denn die Bildungssysteme in anderen Ländern aufgebaut sind. Sei es aus reinem Interesse an der Sache oder weil man beispielsweise beruflich für längere Zeit in ein anderes Land ziehen muss und sich Gedanken um die schulische Zukunft des Sprösslings macht.

Aus diesem Grunde möchten wir über die kommenden Wochen und Monate hinweg die Bildungssysteme, inklusive der Privatschulsituation, anderer Länder vorstellen.

Das Bildungssystem der Schweiz – gar nicht so anders

Das Schulwesen unseres Nachbarlandes, der Schweiz, unterscheidet sich auf den ersten Blick gar nicht so stark von dem deutschen. Die tatsächlichen Unterschiede offenbaren sich jedoch beim genaueren Hinsehen.

Ähnlich wie Deutschland ist die Schweiz ein föderalistischer Staat und somit in mehrere Gliedstaaten unterteilt, die sogenannten Kantone von denen es 26 gibt. Diese Kantone, von denen jeder auch über eine eigene Verfassung verfügt, sind weitestgehend eigenverantwortlich für ihre Bildung zuständig. So weichen z.B. das Schuleintrittsalter oder die Lehrpläne zum Teil stark voneinander ab.

Jedoch wurde im Rahmen einer Volksabstimmung im Jahre 2006 mit einer erheblichen Mehrheit von 86% – wenn auch mit einer niedrigen Wahlbeteiligung von nur 27% - beschlossen, dass der Schweizer Bund und die Kantone stärker zusammenarbeiten sollen, um die Unterschiede bei den Kantonen in Sachen der Bildung landesweit anzugleichen.

Das Bildungswesen der Schweiz wird zum Großteil von den jeweiligen Kantonen selbst finanziert und der Besuch einer öffentlichen Schule ist kostenlos.

Die Schulpflicht in der Schweiz dauert 11 Jahre und deckt somit die Obligatorische Schule ab, die den Kindergarten, die Primarstufe sowie die Sekundarstufe I umfasst.

Hier sei wiederum erwähnt, dass es aufgrund des föderalistischen Charakters der Schweiz und der Eigenverantwortung der Kantone für ihre Bildung zu kleineren Unterschieden kommen kann, so ist z.B. der Kindergarten nicht überall zwangsläufig Bestandteil der Obligatorischen Schule.

Im Normalfall beginnt die Schulpflicht in der Schweiz mit vier Jahren.

Anschließend steht den Jugendlichen nach der obligatorischen Schule die Sekundarstufe II zur Verfügung. Diese kann entweder in Form einer dualen Ausbildung stattfinden, die zum Abschluss der Berufsmaturität führt oder rein schulisch an einer Fachmittelschule oder dem Gymnasium durchlaufen werden. Beide letztgenannten Schulen führen ihre Schüler zum (Fach-)Matura und bereiten auf ein anschließendes Studium an einer Hochschule bzw. einer Universität vor.

Von allen Jugendlichen die die Sekundarstufe besuchen, besuchen dabei rund 30% ein Gymnasium oder eine Fachmittelschule. Die Hürden auf dem Weg hin zur gymnasialen Maturität bzw. der Fachmaturität sind dabei recht hoch, zumindest wenn man das deutsche Bildungssystem gewohnt ist, bei dem es heutzutage schon Jahrgänge gibt bei denen 50% aller Schüler die Allgemeine Hochschulreife erlangen. In der Schweiz hingegen, wird tatsächlich noch „Nur die Besten kommen aufs Gymnasium“ gelebt und ein Besuch des Gymnasiums ist nicht selbstverständlich und von den persönlichen schulischen Leistungen, Empfehlungen der Lehrer und einer eventuellen Prüfung abhängig.

Dieser Punkt sollte insbesondere Eltern aus Deutschland bewusst sein, jedoch ist das Schweizer Bildungssystem nicht derartig streng und undurchlässig als dass man die Maturität nicht auch noch später nachholen könnte.

Da die Schweiz gemäß Ihrer Verfassung vier offizielle Amtssprachen (Rätoromanisch, Italienisch, Französisch und Deutsch) hat, findet der Unterricht an den Schulen je nach Kanton auch in der jeweiligen Sprache statt. Üblicherweise lernen die Schüler während ihrer obligatorischen Schulzeit auch eine weitere Landessprache der Schweiz sowie verbindlich Englisch als nicht-schweizerische Fremdsprache. Aus diesem Grunde ist die allgemeine Sprachenkompetenz in der Schweiz recht hoch, jedoch sprechen nur sehr wenige Schweizer tatsächlich jede der vier Landessprachen.

Dieser multikulturelle Aspekt ist einer der hervorstechendsten Aspekte des Schweizer Bildungssystems. Entsprechend wird ihm ein hoher Stellenwert zugeschrieben und macht die Schweiz für viele Eltern äußerst interessant.

Also hat die Schweiz ein gutes Bildungssystem?

Ja, durchaus. Sie können grundsätzlich nichts falsch damit machen Ihr Kind auf eine Schule in der Schweiz zu schicken.

Es würde in einem mehrsprachigen und multikulturellen Land zur Schule gehen, das darüber hinaus über einen sehr hohen und international anerkannten Bildungsstandard verfügt.

Die Schweiz selbst ist auch ein äußerst attraktives Land um dort als hochqualifizierte Fachkraft beruflich Station zu machen oder um sein Kind dort in ein Internat zu schicken.

Der Lebensstandard in der Schweiz ist sehr hoch, die politische Lage ist äußerst stabil und das Land bietet einem viele Möglichkeiten für Ausflüge und andere Freizeitmöglichkeiten. Allgemein kann man sagen, dass es sich sehr angenehm und sicher in der Schweiz lebt.

Privatschulen in der Schweiz

Aktuell besuchen rund 5% aller Schüler in der Schweiz eine Privatschule, Tendenz steigend.

Anders als z.B. in Deutschland erhalten Schweizer Privatschulen normalerweise keine staatlichen Zuschüsse und müssen sich somit gänzlich alleine finanzieren. Allerdings ist dies wieder von Kanton zu Kanton unterschiedlich, so kann es durchaus vorkommen, dass einige Privatschulen einige Zuschüsse erhalten, z.B. bei der Förderung von sportlich talentierten Jugendlichen.

Kosten einer Privatschule in der Schweiz

Die Kosten für eine Privatschule in der Schweiz können stark variieren und sind abhängig davon um welche Schulart es sich handelt und ob Sie Ihr Kind auf ein Internat schicken möchten.

In der Regel ist das Schulgeld so gestaltet, dass es die anfallenden Kosten decken und etwaige betriebsnotwendige Maßnahmen ermöglichen soll.

Üblicherweise pendeln sich die monatlichen Kosten für den Besuch einer Privatschule in etwa zwischen 1000 – 2000 Franken pro Monat (ca. 850 – 1700 €) ein. Vereinzelt gibt es auch Schulen mit deutlich niedrigeren Gebühren, genauso wie man fairerweise erwähnen muss, dass ebenso Schulen und Internate mit erheblich höheren anfallenden Kosten in der Schweiz betrieben werden.

Wir würden Ihnen generell empfehlen einen Beratungstermin mit der Schule für die Sie sich interessieren zu vereinbaren.

Autor

Christoph Kappek

Christoph Kappek

Christoph beschäftigt sich mit verschiedenen Bildungs­systemen und Pädagogik. Dieses Interesse ist die Grundlage seiner Artikel.



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