Schulgeld, Zusatzkosten, Steuerabzug und Förderung verständlich erklärt.
Die Kosten einer Privatschule lassen sich nicht seriös mit einer einzigen Zahl beantworten. Viele Schulen arbeiten mit einkommensabhängigem Schulgeld, Geschwisterrabatten oder Ermäßigungen. Andere Angebote, besonders internationale Schulen und InternateRatgeber zu Internaten., können deutlich teurer sein. Für Eltern zählt deshalb nicht nur das monatliche Schulgeld, sondern die komplette Rechnung aus Gebühren, Betreuung, Verpflegung, Fahrtkosten und möglichen Entlastungen.
Dieser Ratgeber zeigt, welche Kostenpositionen typisch sind, was steuerlich absetzbar ist und welche Fragen Sie vor der Anmeldung schriftlich klären sollten.
Bei vielen privaten Ersatzschulen bewegt sich das reine Schulgeld in einer einkommensabhängigen Spanne: Familien mit geringerem Einkommen zahlen weniger, Familien mit höherem Einkommen mehr. Günstige konfessionelle oder freie Schulen können im niedrigen zweistelligen bis mittleren dreistelligen Bereich pro Monat liegen. Stark spezialisierte, bilinguale oder internationale Privatschulen sowie Schulen mit Internat können mehrere hundert bis mehrere tausend Euro monatlich kosten.
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Schulgeld und Gesamtkosten. Das Schulgeld ist der Beitrag für den Unterricht. Zusätzlich können Aufnahmegebühren, Mittagessen, Ganztag, Lernmittel, Klassenfahrten, Schülerbeförderung oder Internatskosten entstehen. Fragen Sie die Schule deshalb immer nach einer Jahresübersicht mit allen Pflichtkosten.
Privatschulen dürfen in Deutschland nicht einfach nur Kindern zahlungskräftiger Eltern offenstehen. Für private Ersatzschulen gilt das sogenannte Sonderungsverbot aus Artikel 7 GrundgesetzAmtlicher Gesetzestext zu Artikel 7 GG.: Die Schule darf keine soziale Auslese nach den finanziellen Verhältnissen der Eltern fördern. In der Praxis setzen viele Schulen deshalb auf Sozialstaffeln, Ermäßigungen oder Stipendien.
Die Kosten hängen vor allem von Schulform, Bundesland, Träger, pädagogischem Konzept und Zusatzangebot ab. Eine staatlich genehmigte Ersatzschule wird anders finanziert als eine Ergänzungsschule. Eine Ganztagsschule mit kleinen Lerngruppen, mehrsprachigem Unterricht, besonderer Ausstattung oder Internatsbetrieb hat andere Kosten als eine Schule mit schmalerem Angebot.
Auch die pädagogischen KonzepteÜberblick zu pädagogischen Konzepten. wirken sich aus: Montessori-, Waldorf-, bilinguale oder reformpädagogische Schulen benötigen häufig besondere Materialien, mehr Personal oder zusätzliche Räume. Deshalb ist ein Preisvergleich nur fair, wenn Sie prüfen, welche Leistungen wirklich enthalten sind.
Die wichtigste Frage lautet nicht nur: "Wie hoch ist das Schulgeld?", sondern: "Was kostet der Schulbesuch pro Jahr insgesamt?" Typische Kostenpositionen sind:
Lassen Sie sich diese Positionen getrennt ausweisen. Das ist auch für die Steuer wichtig, weil Unterkunft, Betreuung und Verpflegung steuerlich anders behandelt werden als das reine Schulgeld.
Ja, unter bestimmten Voraussetzungen kann Schulgeld als Sonderausgabe geltend gemacht werden. Nach § 10 EinkommensteuergesetzAmtlicher Gesetzestext zu § 10 EStG. sind 30 Prozent des gezahlten Schulgeldes abziehbar, höchstens 5.000 Euro pro Kind und Jahr. Nicht begünstigt sind Entgelte für Beherbergung, Betreuung und Verpflegung.
Das bedeutet: Der abziehbare Betrag mindert das zu versteuernde Einkommen. Er wird nicht eins zu eins vom Finanzamt erstattet. Drei einfache Beispiele:
Bewahren Sie Rechnungen und Zahlungsnachweise auf und bitten Sie die Schule um eine Bescheinigung, die reines Schulgeld getrennt von Verpflegung, Betreuung, Unterkunft und sonstigen Leistungen ausweist.
Viele Privatschulen kennen mehrere Entlastungswege. Häufig sind einkommensabhängige Beiträge, Geschwisterrabatte, Härtefallregelungen, Stipendienfonds oder Fördervereine. Manche Träger bieten zudem individuelle Ratenmodelle an. Fragen Sie nicht erst nach der Zusage danach, sondern schon im Aufnahmeprozess.
Wenn die Gesamtkosten knapp werden, lohnt sich zusätzlich der Blick auf regionale Unterstützungsangebote, Bildungs- und Teilhabeleistungen oder Ausbildungsförderung für bestimmte schulische Bildungswege. Einen vertiefenden Überblick finden Sie im Ratgeber Förderung und Finanzierung von PrivatschulenRatgeber zu Finanzierungsmöglichkeiten..
Diese Fragen sollten Sie der Schule stellen, bevor Sie den Vertrag unterschreiben:
Für die Auswahl der passenden Schule zählen neben den Kosten auch Konzept, Abschluss, Schulklima, Entfernung und Passung zum Kind. Nutzen Sie dafür ergänzend unseren Ratgeber zur Auswahl einer PrivatschuleCheckliste zur Schulwahl..
Das hängt stark von Schule und Angebot ab. Viele Ersatzschulen arbeiten mit einkommensabhängigem Schulgeld. Internationale Schulen, Spezialangebote und Internate sind meist deutlich teurer. Entscheidend ist die Jahressumme inklusive aller Pflichtkosten.
Private Ersatzschulen dürfen keine soziale Sonderung nach den finanziellen Verhältnissen der Eltern fördern. Wie eine Schule das praktisch löst, unterscheidet sich: üblich sind Sozialstaffeln, Geschwisterrabatte, Stipendien oder Einzelfallregelungen.
Das reine Schulgeld kann unter den gesetzlichen Voraussetzungen zu 30 Prozent als Sonderausgabe berücksichtigt werden, maximal 5.000 Euro je Kind und Jahr. Unterkunft, Betreuung und Verpflegung zählen nicht dazu.
Internatskosten sollten getrennt betrachtet werden. Der steuerliche Schulgeldabzug umfasst nicht Beherbergung, Betreuung und Verpflegung. Lassen Sie sich deshalb vom Internat oder der Schule eine saubere Kostenaufstellung geben.
Vergleichen Sie nicht nur Monatsbeiträge. Fragen Sie nach der vollständigen Jahresbelastung, nach möglichen Ermäßigungen und nach den Kündigungs- und Erhöhungsregeln im Vertrag. Erst dann sehen Sie, ob die Schule dauerhaft zu Ihrem Budget passt.
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