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Elternabend und Elternsprechtag – Eltern im Dialog mit den Lehrern

Elternabende und Elternsprechtage sorgen dafür, dass Sie ein Bild vom Schulleben Ihres Kindes erhalten. Außerdem können Sie Fragen und Anmerkungen mitteilen. In diesem Artikel erklären wir Ihnen, was Sie beachten sollten, damit diese Veranstaltungen zu einem Erfolg werden.

Christoph Kappek, zuletzt aktualisert am 13.11.2018

Leider werden Elternabende und Elternsprechtage von vielen als mühselige Pflichtveranstaltung angesehen. Dabei sind sie sowohl für die Lehrer als auch Eltern die wichtigste Gelegenheit, um über das Schulleben Ihres Kindes zu sprechen. In diesem Artikel möchten wir die Wichtigkeit dieser Veranstaltungen verdeutlichen. Außerdem finden Sie hier Tipps und Ratschläge, um einen nachhaltigen Nutzen aus den Lehrergesprächen zu ziehen.

Elternabend und Elternsprechtag – Was ist der Unterschied?

Viele Eltern sind sich nicht darüber im Klaren, dass es der Elternabend und der Elternsprechtag zwei vollkommen unterschiedliche Veranstaltungen sind:

Der Elternabend

An einem Elternabend werden alle Eltern der jeweiligen Schulklasse zum gleichen Zeitpunkt in die Schule geladen. Der Abend wird meist vom zuständige Klassenlehrer geleitet. Hier werden vor allem organisatorische Themen besprochen: Anstehende Schulveranstaltungen, Inhalte des Lehrplans, Klassenfahrten oder ähnliches findet hier Platz. Über die einzelnen Schüler wird in der Regel nicht im Detail gesprochen, da die Zeit dafür nicht ausreichend ist.

Elternsprechtag

Der Elternsprechtag widmet sich ausschließlich Ihrem Kind. In einem Gespräch unter vier Augen bekommen Sie hier die Gelegenheit, mit dem Klassenlehrer über die schulische Situation Ihres Kindes zu sprechen. Leider ist nicht an jeder Schule ein Elternsprechtag vorgesehen. In diesem Falle empfiehlt es sich, einmal im Schuljahr einen Termin mit dem zuständigen Klassenlehr vereinbaren und den Elternsprechtag selbst einzufordern.

Warum überhaupt ein Elternabend?

Warum überhaupt Elternabende oder Elternsprechtage? – Sinnloses Gerede ohne Ergebnisse

Die Überschrift dieses Absatzes verrät die Einstellung mit der viele Eltern diesen Veranstaltungen begegnen. So eine Haltung führt zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung: Wenn man den Gesprächen mit Lehrern keine hohe Bedeutung beimisst, werden sie auch nicht fruchten. Machen Sie es also besser! Denn Elternsprechtage und Elternabende bieten die beste Möglichkeit, direkten Einfluss auf das Schulleben Ihres Kindes zu haben. Folgende Nutzen können Sie aus diesen Veranstaltungen ziehen:

Sie lernen den Menschen kennen, der Ihr Kind unterrichtet

Bisher kannten Sie den Klassenlehrer Ihres Kindes nur aus Erzählungen. Nun haben Sie die Möglichkeit, sich selbst ein Bild zu machen. Und das sollten Sie auch tun. Schließlich vermittelt ein Lehrer nicht nur Schulstoff. Er hat auch die Aufgabe, Ihr Kind zu erziehen. Tauschen Sie sich also untereinander aus.

Sie erfahren, wo Ihr Kind in der Klasse steht

Abgesehen von den Benotungen erfahren Sie nur von den schulischen Schwierigkeiten Ihres Kindes, wenn ein gravierender Fall vorliegt. Beispielsweise eine handgreifliche Auseinandersetzung mit einem anderen Schüler. Elternsprechtage setzen vorher an. Hier können Sie direkt erfahren, wo Ihr Kind steht und an welchen Stellschrauben man vielleicht noch drehen sollte.

Sie haben Einfluss auf das Schulleben Ihres Kindes

Elternabende und Elternsprechtage sind nicht nur dazu da, Sie zu informieren. Vielmehr soll ein beidseitiger Austausch zwischen Eltern und Lehrern stattfinden. Vielleicht gibt es etwas, das der Lehrer über Ihr Kind wissen sollte? Oder Sie haben gute Ideen für Klassenfahrten? Gibt es Einwände Ihrerseits, die Sie dem Lehrer mitteilen möchten? Hierfür bieten sich diese Veranstaltungen an. Kein Lehrer kennt Ihr Kind so gut, wie Sie. Deshalb sollten Sie den Pädagogen die Chance geben, Ihre Ansichten zu kennen.

Sie stehen im Austausch mit anderen Eltern

An Elternabenden kommen die Eltern der einzelnen Klassen zusammen. Das bietet die Möglichkeit für ein direktes Gespräch untereinander. Hier verstecken sich gleich mehrere Vorteile: Zum einen können Sie sich ein klareres Bild von der Klassensituation machen. Berichten andere Schüler dasselbe wie Ihr Kind, wenn sie nach Hause kommen? Sollte Ihr Kind Schwierigkeiten mit einem anderen Schüler haben, findet sich hier außerdem die Gelegenheit, das Gespräch mit den entsprechenden Eltern zu suchen. Auch Fahrgemeinschaften werden oft auf Elternabenden gegründet.

Die Vorbereitung – das sollten Sie beachten

Die Vorbereitung – das sollten Sie beachten

Da Elternabende und Elternsprechtage unterschiedliche Programmpunkte haben, sollten Sie sich auch auf unterschiedliche Weise darauf vorbereiten:

Vorbereitung zu einem Elternabend

  • Bereiten Sie nicht zu viele Fragen zu Ihrem Kind vor
    in Elternabend ist eher organisatorische Natur. Dinge, die die ganze Klasse betreffen werden hier besprochen. Deshalb sollten Sie sich mit zu vielen detaillierten Fragen zu Ihrem Kind zurückhalten. Dafür bietet sich der Elternsprechtag oder gesondert vereinbarte Termine eher an.
  • Informieren Sie sich über das Programm
    Schauen Sie sich das Programm des Elternabends an. Dieses wird Ihr Kind höchstwahrscheinlich von einem Lehrer erhalten haben. Dieses Programm dient Ihnen als Basis zu Ihrer Vorbereitung. Niemand erwartet von Ihnen, dass Sie bereits zu jedem Punkt eine Meinung oder Entscheidung haben. Es ist jedoch sinnvoll, im Vorfeld zu wissen, welche Themen angesprochen werden.
  • Wie viel Verantwortung wollen Sie übernehmen?
    Meist werden an Elternabenden auch verschiedene Verantwortlichkeiten aufgeteilt. Die Wahl des Elternsprechers will beispielsweise ebenso organisiert werden, wie Essensspenden für Schulveranstaltungen. Machen Sie sich im Vorfeld Gedanken darüber, wie viel Zeit und Verantwortung Sie übernehmen möchten. Das spart Zeit am Elternabend.
  • Nehmen Sie die Ansichten des Lehrers und der anderen Eltern ernst
    Einer der Gründe für die Unbeliebtheit der Elternabende ist der, dass die Eltern ihn für fruchtlos halten. Wenn sich jeder untereinander ernst nimmt und nicht nur auf seine Meinung beharrt, wird das nicht der Fall sein. Machen Sie den ersten Schritt und setzen Sie sich ehrlich mit der Meinung der Anderen auseinander. Dieses Ziel sollten Sie sich unmittelbar vor dem Elternabend noch einmal ganz bewusst vor Augen führen.

Vorbereitung zu einem Elternsprechtag

Der Elternsprechtag widmet sich ganz Ihrem Kind. Hier haben Sie die Möglichkeit über Schwierigkeiten, Erwartungen oder andere Dinge zu sprechen, die nur mit Ihrem Kind zu tun haben. Um dieses Gespräch wirklich auszunutzen empfehlen wir Ihnen, folgende Vorbereitungen zu treffen:

  • Legen Sie sich Ihre Gesprächspunkte im Vorfeld zurecht
    Der Elternsprechtag sollte keine Einbahnstraße sein. Nicht nur der Lehrer hat hier die Gelegenheit über seinen Eindruck zu sprechen. Auch Sie können über Ihre Gedanken, Erwartungen und Fragen reden. Deshalb sollten Sie sich die Punkte, die Sie ansprechen möchten im Vorab zurechtlegen. Im nächsten Kapitel dieses Artikels finden Sie einige Vorschläge für solche Punkte.
  • Gehen Sie mit den richtigen Erwartungen in den Elternsprechabend
    Unter den richtigen Voraussetzungen wird ein Elternsprechtag sehr produktiv ablaufen. Doch zaubern kann niemand. Machen Sie sich nicht nur Gedanken, welche Punkte Sie ansprechen wollen. Sie sollten möglichst im Vorfeld auch Ansätze dafür haben, welche Lösungen realistisch sind. Wunschdenken wird Sie nicht zum Ziel führen.
  • Vertrauen Sie dem Pädagogen – Gegenseitiger Respekt führt zum Erfolg
    Der Klassenlehrer wird sich von einem Elternsprechtag genau dasselbe erhoffen wie Sie: Konkrete Ansätze, wie man Ihr Kind künftig noch effektiver unterstützen kann. Sie sollten auf das Urteil des Lehrers vertrauen und ihn ernst nehmen. Dennoch sollten Sie ihm natürlich auch auf Augenhöhe begegnen und Ihre Ansichten frei ansprechen.
  • Seien Sie ehrlich
    Wenn Sie sich ein sinnvolles Ergebnis vom Elternsprechabend erhoffen, dann sollten Sie mit offenen Karten spielen. Oft gibt es familiäre Probleme, die sich auf die schulischen Leistungen Ihres Kindes niederschlagen. Solche Dinge sollten Sie ansprechen.
  • Überlegen Sie sich, ob Sie Ihr Kind zum Elternsprechtag mitnehmen wollen
    An einem Elternabend ist es eher nicht ratsam, Ihr Kind mitzubringen. Wenn das alle Eltern machen würden, würde der Abend höchstwahrscheinlich chaotisch und unübersichtlich ablaufen. Anders sieht es beim Elternsprechtag aus. Da es hier ausschließlich um Ihr Kind geht, ist es durchaus sinnvoll, dieses auch mitzubringen.
Fragenkatalog für den Elternabend

Fragenkatalog für den Elternsprechabend – Diese Fragen sollten Sie stellen

Programmpunkte eines Elternabends sind meist schon festgeschrieben. Anders sieht es bei dem Elternsprechtag aus. Dort haben Sie Gelegenheit, frei über Ihr Kind zu sprechen und Fragen zu stellen. Folgende Fragen sollten Sie anbringen:

  • Wie selbstständig arbeitet mein Kind? Braucht es viel Unterstützung? Entspricht sein Arbeitstempo den Anforderungen?
  • Wie ist das Verhalten meines Kindes? Hält es sich an die Regeln? Kommt es mit der Klassengemeinschaft und den Lehrern zurecht?
  • Wie sind die Noten meines Kindes? Gibt es in diversen Fächern Nachholbedarf?
  • Schöpft mein Kind sein volles Potential aus? Ist es unterfordert?
  • Gibt es andere Punkte, über die ich mir Gedanken machen sollte?
  • Was kann ich konkret tun, um mein Kind zu unterstützen?
  • Was können Sie als Lehrer/ die Schule tun, um mein Kind in den entsprechenden Punkten mehr zu unterstützen?

Autor

Christoph Kappek

Christoph Kappek

Christoph beschäftigt sich mit verschiedenen Bildungs­systemen und Pädagogik. Dieses Interesse ist die Grundlage seiner Artikel.



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