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Schulwechsel - Was muss beachtet werden?

Ein praktischer und übersichtlicher Ratgeber rund um das Thema Schulwechsel in Deutschland.

Christoph Kappek, zuletzt aktualisert am 31.10.2018

Ein Schulwechsel ist kein leichter Schritt für einen Schüler und stellt ihn vor zahlreiche Herausforderungen. Wir erklären Ihnen welche Gründe es für einen Schulwechsel geben kann und wie man am besten damit umgeht.

Warum eigentlich ein Schulwechsel?

Muss ein Schüler die Schule wechseln, so ist das selten leicht für ihn. Es gilt sich an ein neues Umfeld zu gewöhnen, neue Lehrer und Mitschüler kennenzulernen und sich womöglich mit einem neuen Lehrplan sowie neuen Fächern auseinanderzusetzen.

Warum also sollte man einen Schulwechsel in Betracht ziehen und dem Schüler diesen Herausforderungen aussetzen?

Nun, manchmal hat man schlicht und ergreifend keine Wahl, z.B. wenn die Familie aufgrund eines beruflichen Wechsels in eine andere Stadt oder sogar in ein anderes Bundesland umziehen muss.

Oder es steht der ganz normale Wechsel von der Grundschule auf eine weiterführende Schule an.

Daneben gibt es noch einige weitere Gründe warum man sich einen Schulwechsel überlegen könnte. Darunter können schlicht Leistungsprobleme fallen – so kann der Schüler entweder über- oder unterfordert sein und es stünde lediglich der Wechsel auf eine andere Schulform an, z.B. von einer Realschule auf ein Gymnasium. Auch ein Schulwechsel aufgrund einer zur wiederholenden Klasse ist möglich.

Aber es gibt auch schwerwiegendere Fälle wie z.B., dass der Schüler Mobbing ausgesetzt ist und es nicht möglich ist dieses Problem innerhalb der Schule zu lösen. Aber auch nicht überbrückbare Differenzen mit Lehrkräften oder psychische Probleme des Schülers können einen Schulwechsel zum Wohle des Schülers interessant machen.

Was gilt es bei einem Schulwechsel zu beachten?

Wenn Sie also wissen, dass ein Schulwechsel ansteht, ist es empfehlenswert sich zunächst einmal genauer mit dessen Schulsystem auseinanderzusetzen.

Wir haben die Schulsysteme der einzelnen Bundesländer für Sie zusammengefasst. Einen Link zum jeweiligen Bundesland finden Sie am Ende dieses Ratgebers.

Natürlich stehen Ihnen als staatliche Ansprechpartner auch die jeweiligen Schulämter zur Verfügung, von denen es pro Bundesland mehrere gibt. Sie finden diese bequem auf der Seite des jeweiligen für die Bildung verantwortlichen Landesministeriums.

Wichtig hierbei ist es zu wissen, dass nicht jede Schule dazu verpflichtet ist jeden Schüler aufzunehmen. Dem tatsächlichen Schulwechsel muss eine Zustimmung des zuständigen Schulamtes vorausgehen. Wenn Sie also über einen Schulwechsel nachdenken oder bereits genau wissen, dass ein solcher ansteht, vereinbaren Sie einen Termin beim Schulamt.

Halten Sie für diesen Termin folgende Unterlagen und Informationen bereit:

  • Wie alt ist das Kind?
  • Welche Schulart wurde bislang besucht?
  • Zeugnisse mit der Angabe bereits erreichter schulischer Abschlüsse
  • Welche Fremdsprachenkenntnisse liegen vor? Wie viele Jahre Unterricht gab es und liegen Nachweise wie z.B. das Latinum vor?
  • Falls vorhanden: Schulempfehlungen
  • Nachweise eventuell erforderlicher spezieller Förderung wie z.B. Leistungssport oder Deutsch als Fremdsprache

Aber vielleicht interessieren Sie sich auch für das besondere pädagogische Konzept und die individuellen Förderungsmöglichkeiten einer Privatschule oder denken, dass ein Internat zu Ihrem Kind passen würde? Dann können Sie ganz einfach eine für sie passende Schule direkt bei uns finden: Verwenden Sie dazu unsere Privatschulsuche.

Sollten Sie aktiv damit begonnen haben sich nach einer passenden Schule für Ihr Kind umzusehen, so sollten Sie dabei auf jeden Fall auch auf dessen Wünsche und Vorstellungen eingehen und diese berücksichtigen.

Nehmen Sie Ihr Kind zu Beratungsterminen mit falls Sie die Möglichkeit haben und schauen Sie sich gemeinsam die in Frage kommende Schule an. Und falls Sie die Gelegenheit haben, befragen Sie auch andere Schüler oder Eltern zur potentiellen Schule. Manchmal gibt es auch Elterngruppen z.B. bei Facebook die gerne Ihre Erfahrungen und Eindrücke teilen.

Beratung Privatschule

Wechsel der Grundschule – möglich, aber mit Einschränkungen

Grundsätzlich sieht es in Deutschland bei den Grundschulen so aus, dass diese ein festes Einzugsgebiet haben. Kinder die in diesem Einzugsgebiet leben, werden automatisch der für Sie zuständigen Grundschule zugeordnet.

Ein Wechsel an eine andere Grundschule ist an sich nicht vorgesehen, kann aber unter Umständen trotzdem erfolgen. Ein solcher Wechsel muss vom zuständigen Schulamt bewilligt werden.

Dabei gilt, dass eine Begründung für den gewünschten Wechsel angebracht werden muss. Ein simples Nichtgefallen der aktuellen Schule reicht hierfür nicht aus und wird vom Schulamt auch nicht akzeptiert.

Akzeptable Gründe sind beispielsweise eventuelle Fördermaßnahmen die einen Wechsel auf eine Förderschule notwendig machen.

Ebenfalls häufig akzeptiert wird ein gewünschter Wechsel, wenn Ihr Kind unter Mobbing leidet und dadurch nicht mehr mit einem weiteren erfolgreichen und störungsfreien Schulbesuch zu rechnen ist.

Sollte für Sie eine Privatschule in Frage kommen – zum Beispiel eine Waldorf- oder eine Montessorischule – so ist das Einzugsgebiet in diesem Falle außer Kraft gesetzt. Sie müssen lediglich das zuständige Schulamt und die zuständige Schule über den zukünftigen Besuch Ihres Kindes an der Privatschule informieren.

Schulwechsel in ein anderes Bundesland

Bei einem Schulwechsel in ein anderes Bundesland kommen noch einige zusätzliche Herausforderungen auf Sie zu.

Zum einen ist das schulische System Deutschlands nicht einheitlich. Stattdessen ist jedes einzelne Bundesland für seine Bildung verantwortlich, weswegen sich die Schulformen und deren Namen auch teilweise stark voneinander unterscheiden.

Auf den ersten Blick etwas kompliziert, aber eigentlich doch recht einfach

Allerdings lässt sich im Bereich der weiterführenden Schulen das Ganze aber recht einfach runterbrechen. Es gibt je nach Bundesland eine oder mehrere weiterführende Schulen die oft mehrere Schulabschlüsse anbieten. In Sachsen wäre dies z.B. die Oberschule, die die frühere Haupt- und Realschule in sich vereint. Für genauere Informationen zu den jeweiligen Bundesländern möchten wir Sie gerne auf die Links am Ende des Artikels verweisen.

Jedes Bundesland bietet ausnahmslos auch das Gymnasium an. Die Unterschiede beim Gymnasien in den einzelnen Bundesländern sind relativ gering. In der Regel unterscheiden Sie sich in der Länge, also ob das Abitur in acht oder in neun Jahren erreicht werden kann und darüber hinaus noch in eventuell vorhandenen Schwerpunkten bzw. Profilen, bei denen die Schüler sich z.B. einen sprachlichen oder naturwissenschaftlichen Schwerpunkt für Ihre weitere Schulzeit festlegen können.

Wurde Ihr Kind bislang noch nicht eingeschult, sollten Sie hingegen keine Probleme haben. Die Grundschulen unterscheiden sich nur in ihrer Länge und in eventuell unterschiedlichen Übergangsregelungen auf eine weiterführende Schule. Auch hier können Sie sich bei Unklarheiten direkt an das zuständige Schulamt wenden oder sich bequem unsere Zusammenfassungen zu den jeweiligen Schulsystemen anschauen.

Werden Schulempfehlungen aus anderen Bundesländern akzeptiert?

Eine häufige Frage die sich viele Eltern stellen ist die, wie die einzelnen Bundesländer die Schulempfehlungen für eine weiterführende Schule behandeln.

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass es eine Vereinbarung gibt, die Empfehlungen anderer Bundesländer zu beachten. Hat Ihr Kind demnach eine Empfehlung für ein Gymnasium in Baden-Württemberg erhalten, wird diese auch in Bayern akzeptiert.

Auf der anderen Seite gibt es auch Bundesländer bei denen der elterliche Wille über die weiterführende Schule entscheidet. Sollten Sie in ein solches Bundesland ziehen, so können Sie sich die Schulform Ihres Kindes frei aussuchen. Umgekehrt funktioniert dies allerdings nicht und Sie wären an die Schulempfehlung gebunden bzw. müssten diese beim Beratungsgespräch vorlegen.

Die Kultusminister Konferenz hat auch eine eigene Informationsseite online gestellt die Ihnen Informationen zu einem Schulwechsel von einem Bundesland zum nächsten zur Verfügung stellt:

KMK Servicebereich – SchulwechselInfos zum Schulwechsel über Bundeslandgrenzen hinweg.

Wichtig: Falls Sie die Möglichkeit haben es so zu planen, legen Sie Ihren Umzug oder zumindest den Schulwechsel entweder zum Schulhalbjahr oder zum Ende des Schuljahres. So wird Ihr Kind nicht mitten aus dem Schuljahr gerissen und erhält die Gelegenheit den neuen Unterrichtsstoff, der normalerweise nach dem Halbjahr oder zum neuen Schuljahr unterrichtet wird, gemeinsam mit seinen neuen Klassenkameraden anzugehen.

Beratung Privatschule

Die erste Zeit an der neuen Schule

Sie haben es geschafft und den Schulwechsel erfolgreich hinter sich gebracht. Aber war es das? Wir würden Ihnen dazu raten, sich die erste Zeit besonders intensiv um Ihr Kind zu kümmern.

Begleiten Sie es zur Schule, sprechen Sie viel mit ihm und seien Sie aufmerksam. Wie bereits eingangs erwähnt, stellt ein derartiger Schulwechsel einen einschneidenden Schritt im Leben eines Schülers dar und oftmals – z.B. bei einem Umzug – erfolgte die Entscheidung dazu auch ohne dass Ihr Kind ein großes Mitspracherecht hatte.

Achten Sie bei Ihren Gesprächen darauf, ob Ihr Kind sich in der neuen Umgebung wohlfühlt. Ermutigen Sie es, wenn nötig und unterstützen Sie es falls es zu eventuellen Problemen kommen sollte. Nicht selten gibt es gerade zu Beginn kleinere Probleme aufgrund der unterschiedlichen Lehrpläne und der neuen Lehrer.

Vergleichen Sie auch das bisher von Ihrem Kind Gelernte mit dem Lehrplan der neuen Schule und versuchen Sie schon vorher eventuelle Unterschiede gezielt anzugehen. In der Regel gleichen sich diese sehr schnell aus, halten Sie aber in der Anfangszeit Rücksprache mit den neuen Lehrern.

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Externe Links zum Thema

Autor

Christoph Kappek

Christoph Kappek

Christoph beschäftigt sich mit verschiedenen Bildungs­systemen und Pädagogik. Dieses Interesse ist die Grundlage seiner Artikel.




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