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Die schulische Ausbildung

Die schulische Lehre ist eine interessant Alternative zum herkömmlichen Ausbildungssystem. Erfahren Sie in diesem Artikel alles rund um schulische Ausbildungen.

Christoph Kappek, zuletzt aktualisert am 02.10.2018

Das gängigste Ausbildungssystem in unserem Land ist die duale Ausbildung. Azubis einer dualen Ausbildung werden während ihrer Lehrzeit sowohl in der Schule, als auch im entsprechenden Lehrbetrieb gefördert. Eine Alternative dazu bietet die schulische Lehre. Dort werden Azubis größtenteils in der Schule unterrichtet und gehören keinem festen Lehrbetrieb an. Wir erklären Ihnen, wie schulische Ausbildungen ablaufen und weshalb man dieses System zumindest in Erwägung ziehen sollte.

Im Detail: Was ist eine schulische Ausbildung?

Der Name sagt es schon: Die schulische Ausbildung findet größtenteils innerhalb eines Schulgebäudes und ohne festen Lehrbetrieb statt. Die Auszubildenden werden meist von Lehrern unterrichtet, welche bereits Erfahrungen im jeweiligen Lehrberuf gesammelt haben.

Kein Lehrbetrieb? Kommt da der Praxisbezug nicht viel zu kurz?

Die häufigste Kritik, welcher die schulischen Ausbildungen ausgesetzt sind lautet: Eine Ausbildung, ohne praktischen Bezug reicht nicht aus, um Azubis auf einen Beruf vorzubereiten.

Diese Aussage ist natürlich richtig. Aber sie auf schulische Ausbildungen zu beziehen, ist ein unbegründetes Vorurteil. Azubis einer schulischen Ausbildung absolvieren während Ihrer Lehrzeit nämlich eine festgelegte Anzahl an Praktika, um ihren Beruf auch praktisch zu erlenen. Unter Umständen können sie dadurch sogar mehr Praxiserfahrung sammeln, als die Kollegen der dualen Ausbildung. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Azubis einer dualen Lehre klagen oft darüber, dass sie im Betrieb immer nur dieselben Aufgaben übernehmen und kaum ihren Horizont erweitern können. Den schulischen Auszubildenden wird dieses Problem sehr wahrscheinlich nicht begegnen. Schließlich wechseln die Azubis meist je Praktikum den Betrieb. Dadurch lernen sie stetig neue Abläufe und unterschiedliche Tätigkeiten kennen.

Welche schulischen Ausbildungen gibt es?

Eine schulische Ausbildung ist natürlich vor allem bei Berufen sinnvoll, welche ein großes Maß an Fachwissen voraussetzen. In folgenden Bereichen haben wir Ihnen Beispiele für rein schulische Ausbildungen aufgeführt:

  • Gesundheitswesen: Pflegeberufe, Physiotherapeut, Logopäde & Ergotherapeut
  • Sozialwesen: Erzieher, Assistent im Sozial- und Gesundheitswesen
  • Gestaltung: Assistent in der Gestaltungstechnik, Mode- und Textildesigner, Medien- und Kommunikationsdesigner
  • Technik & IT: Chemielaborant, Biologisch-technischer Assistent, Informatikassistent
  • Fremdsprachen: Dolmetscher, Fremdsprachenkorrespondent
  • Wirtschaft:Euro-Kaufmann, Kaufmann für Dialogmarketing, Europa-Korrespondent
  • Hotel & Tourismus: Veranstaltungstechniker, Internationaler Luftverkehrsassistent
  • Mode & Kosmetik: Kosmetiker, Modedesigner
  • Weiterbildungen & Zusatzqualifikationen: Meisterschulungen, Fachwirtfortbildungen

Welche Vorteile bringt mir eine schulische Ausbildung?

Wenn Sie diesen Artikel bis hierhin gelesen haben, kennen Sie bereits einen der Vorteile der schulischen Ausbildung: Durch die Praktika in verschiedenen Betrieben übernehmen die Azubis unterschiedliche Aufgaben und lernen mehrere Arbeitsmethoden kennen. Ein festgefahrenes Aufgabenfeld ist hier praktisch nicht möglich.

Aber eine schulische Ausbildung bietet noch mehr: Es gibt klare Lehrpläne und Vorgaben, die auch eingehalten werden. Dadurch haben die Azubis eine direkte Vorstellung davon, was sie während der Ausbildung erwartet. Natürlich haben auch duale Ausbildungen Lehrpläne. Doch eine Schule ist unabhängiger vom Arbeitsalltag als ein Ausbildungsbetrieb, der sich unter Umständen nicht zu jedem Zeitpunkt an eine ideale Ausführung der Lehrpläne halten kann.

Ein weiterer Vorteil der schulischen Ausbildung besteht darin, dass Schichtarbeit sehr selten gefordert wird. Abhängig vom Beruf kann es natürlich während der Praktika zur Schichtarbeit kommen. Aber dieser Anteil wird kleiner sein, als in einer vergleichbaren dualen Lehre.

Daneben eignen sich die Auszubildenden während der schulische Lehre ein sehr hohes Fachwissen an. Das hilft ihnen im späteren Berufsleben dabei, betriebliche Zusammenhänge besser zu verstehen und fachkompetente Lösungen zu finden.

Außerdem unterliegen Schulen keinen saisonalen oder wirtschaftlichen Schwankungen. Betriebe leben meist durch ihre erwirtschafteten Einnahmen und können im schlimmsten Fall bankrottgehen. Eine schulische Ausbildung gewährleistet einen sicheren Ausbildungsplatz.

Welche Kosten fallen bei einer schulischen Ausbildung an

Mit welchen Kosten muss ich für eine schulische Ausbildung rechnen?

Während einer dualen Ausbildung erhalten die Azubis ein Lehrgeld. Das dürfen die Auszubildenden einer schulischen Lehre meist leider nicht erwarten. Denn im Gegensatz zu den wirtschaftenden Betrieben leben Schulen im Normalfall von Schulgeldern. Das bedeutet, dass für eine schulische Ausbildung aller Wahrscheinlichkeit nach Kosten auf Sie zukommen werden. Wie hoch diese ausfallen ist nicht pauschal zu sagen. Je nach Schule und Art der Ausbildung variieren die Schulbeiträge. Es gibt schulische Ausbildungen für die gar keine Gebühren anfallen. Für andere steht Ihnen auch ein Lehrgeld zu (z.B. Gesundheits- und Krankenpfleger). Einige Ausbildungsplätze an entsprechenden Schulen sind hingegen mit monatlichen Kosten verbunden. Die Schule Ihrer Wahl gibt Ihnen hierzu gerne mehr Informationen.

Aber lassen Sie sich nicht direkt von den drohenden Schulgebühren abschrecken.

Es gibt zahlreiche Unterstützungsmöglichkeiten zur Finanzierung einer schulischen Lehre. So steht Ihnen beispielsweise ein Anspruch auf Kindergeld zu, wenn Sie sich in Ihrer ersten Lehre befinden. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bietet außerdem Bildungskredite an, welche sogar zusätzlich zum BAföG genehmigt werden können. Mehr Informationen zu diesem Bildungskredit finden Sie hier: Bildungskredit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)Link zum Bildungskredit der KfW

Neben diesen Möglichkeiten existieren noch zahlreiche andere Finanzierungshilfen für den Besuch einer Privatschule. Einen umfassenden Artikel mit allen Informationen zu den verschiedenen Unterstützungen haben wir hier für Sie aufbereitet: Ratgeber: Kosten und Finanzierung eines StudiumsKosten und Finanzierung eines privaten Studiums

Welche Voraussetzungen muss ich für eine schulische Ausbildung erfüllen?

Natürlich unterscheiden sich die Anforderungen an zukünftige Azubis je nach Art der Ausbildung. In den meisten Fällen wird eine Mittlere Reife vorausgesetzt. Doch auch Abgänger einer Hauptschule kommen regelmäßig in beruflichen Bildungseinrichtungen unter. Einen Mindestnotendurchschnitt fordern die Schulen in der Regel zwar nicht, doch Eignungstests können je nach Schule auf Sie zukommen.

Für einige Ausbildungsberufe werden die Schulen außerdem ein Gesundheitszeugnis fordern. Vor allem auf medizinische Lehren trifft das natürlich zu.

Je nach Bundesland müssen Sie außerdem ein Mindestalter von 16 – 17 Jahren haben, um aufgenommen zu werden.

Für eine schulische Weiterbildung sollten Sie natürlich die entsprechenden Vorkenntnisse haben (abgeschlossene Lehre im jeweiligem Bereich, Berufserfahrung).

Wie lange dauert eine schulische Ausbildung?

Ähnlich wie bei einer dualen Ausbildung hängt die Dauer der Lehre von verschiedenen Faktoren ab. Neben dem Ausbildungsberuf an sich können auch Schulabschluss, bisherige Berufserfahrung oder gute Noten während der Ausbildungszeit Einfluss auf die Dauer haben. In der Regel kann eine schulische Berufsausbildung zwischen zwei und dreieinhalb Jahren absolviert werden. Eine sogenannte Grundbildung im entsprechenden Beruf kann zwischen einem und zwei Jahren erreicht werden.

Wie läuft die Anmeldung an der Schule meiner Wahl ab?

Die Anmeldung zu einer schulischen Lehre können Sie direkt bei der Schule Ihrer Wahl vornehmen. Neben Fristen, Aufnahmebedingungen und Organisation gibt es jedoch viele Dinge, die Sie bei der Anmeldung an einer Privatschule beachten sollten.

Hier finden Sie alle wichtigen Informationen dazu: Ratgeber: Kosten und Finanzierung eines StudiumsKosten und Finanzierung eines privaten Studiums

Wichtig: In wenigen Fällen wird der Berufsabschluss einer schulischen Ausbildung nicht in jedem Bundesland anerkannt! Bildung ist in Deutschland nämlich Ländersache. Deshalb variieren die Bedingungen für einen anerkannten Abschluss möglicherweise. Obwohl das nur bei sehr wenigen Berufen der Fall ist, empfehlen wir Ihnen, sich vor der Anmeldung über eine bundesweite Berufsanerkennung zu informieren.

Wie läuft die Prüfung bei einer schulischen Ausbildung ab und welchen Abschluss erhält man

Die Prüfung – Wie läuft der Abschluss ab?

Ihren Abschluss holen die Azubis der schulischen Ausbildung im Rahmen der Abschlussprüfungen ein. Diese bestehen in aller Regel aus einer mündlichen, schriftlichen und praktischen Prüfung. Auch thematisch unterscheiden sich die Prüfungen nicht von denen einer vergleichbaren dualen Ausbildung.

Fazit

Eine schulische Ausbildung bietet Ihnen viele Vorteile. Den Azubis wird umfangreiches Fachwissen vermittelt, die verschiedenen Praktika sorgen für abwechslungsreiche Praxiserfahrungen und die Lehrpläne werden meist strukturiert umgesetzt.

Auf der anderen Seite kosten schulische Lehren meist Geld. Trotz der vielen Unterstützungsmöglichkeiten werden Sie wohl nicht drum herum kommen in die eigene Tasche zu greifen.

Ob nun eine schulische oder doch lieber die duale Ausbildung das Richtige ist, muss nach wie vor jeder für sich selbst entscheiden. So oder so wünschen wir allen angehenden Azubis eine tolle und lehrreiche Ausbildungszeit!

Autor

Christoph Kappek

Christoph Kappek

Christoph beschäftigt sich mit verschiedenen Bildungs­systemen und Pädagogik. Dieses Interesse ist die Grundlage seiner Artikel.



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